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Biografieanalyse

Eine Biografie (auch Biographie, griechisch βιογραφία, von βίος, bíos »Leben« und -graphie von γράφω, gráphō »ritzen, malen, schreiben«) ist die Lebensbeschreibung einer Person (Quelle: www.wikipedia.de). Eine erweiterte Betrachtung des eigenes Lebens im Kontext der Ursprungsfamilie wird in der Psychologie als mehrgenerationale oder transgenerationale Perspektive bezeichnet und kann z.B. entlang eines Genogramms geschehen. Im Hinblick auf die eigene Berufswahl – die oftmals frappierende Ähnlichkeiten zu Familienmitgliedern aufweist– ist die Auseinandersetzung mit der Familiengeschichte lohnenswert.

In der Biografieanalyse liegt der Schwerpunkt in der persönlichen Lebensgeschichte und folgende Fragen stehen im Zentrum:

  • Wer bin ich und wie unterscheide ich mich von anderen?
  • Woher komme ich?
  • Wie habe ich bisher mein Leben gemeistert?
  • Wer und was hat mich beeinflusst?

Im Gegensatz zur Beschäftigung mit Identität, wird die biografische Arbeit als Auseinandersetzung mit dem Verlauf des Lebens bisher verstanden – und das vor allem durch das Erzählen der Geschehnisse und das sinnhafte Einbetten der einzelnen Stationen in ein »Big Picture«. Die Betrachtung der eigenen Biografie schließt die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft gleichermaßen ein.

»So ist mit dem Begriff ›biografische Arbeit‹ der Prozess sich verändernder Selbstdeutung gemeint. Mit dieser Konzeptualisierung wird der Begriff der ›Identität‹ als etwas Statisches und Normatives durch das Konzept eines Prozesses erfahrungsgebundener Interpretationsvorgänge abgelöst.[…] Unter dieser Betrachtungsweise zielt beraterische und therapeutische Arbeit nicht darauf, eine sog. ›reife Identität‹ zu erzielen, sondern es geht dabei um eine Rekapitulation und Reintegration vergangener Erlebnisse, um eine Einsicht in die Geschichtlichkeit von Problemlagen und in das eigene Gewordensein und darum, zum Verständnis von Gegenwart und zur Antizipation von Zukunft beizutragen.«
(Heidrun Schulze, Lebensgeschichtliches Erzählen im Kontext von Beratung und Therapie, Forum Qualitative Sozialforschung, Volume 9, No. 1, Art. 1 – Januar 2008, S. 3)

Biografie-Arbeit in Hinblick auf Beruf kann dem Klienten aufzeigen, warum welche Entscheidungen getroffen wurden, welchen Einfluss sie auf das momentane Arbeitsleben haben und wie konstruktiv mit diesen Entscheidungen umgegangen werden kann.

Biografieanalysen sind im Rahmen eines Berufscoachings, eines Karrierecoachings, Profilcoachings oder in den entsprechenden Beratungssettings angebracht und werden vorwiegend dann in Anspruch genommen, wenn der Klient ins Berufsleben starten möchte, wenn der Klient im Berufsleben dauerhaft unzufrieden ist, wenn es stockt (z. B. erfolglose Bewerbungen) oder wenn eine krisenähnliche Situation aufgetaucht ist. Wer ohne Schwierigkeiten und genussvoll seinen Beruf ausübt, wird eine solche Beratung nicht in Anspruch nehmen – es sei denn, das grundsätzliche Interesse daran ist gegeben.

Folgende lebenslaufanalytischen Verfahren werden in der Praxis eingesetzt:

  • Lebenslaufanalyse chronologisch (wichtige Ereignisse auf der Lebenszeitachse eintragen, welche Rhythmen ergeben sich? 7-Jahres-Rhythmus?)
  • Lebenslaufanalyse thematisch (elementare Themen, z.B. Werte, Fähigkeiten, Interessen, Beruf beleuchten)
  • Lebenslaufanalyse ereigniszentriert (Schlüsselmomente identifizieren und betrachten)

Als Methoden werden genannt:

  • Gelenkte Tagträume, Fantasiereisen, meditative Betrachtung
  • Anfertigen von Bildern und Kollagen
  • Positive vs. negative Lebenslaufbilanz
  • Fiktive Lebenslaufrückschau und -vorschau (Alternativen zur realen Entwicklung)

Wie bei jeder Lehre, wird auch bei der Biografieanalyse mit unterschiedlichen Modellen gearbeitet. Kurz vorgestellt werden soll an dieser Stelle die Idee, dass sich das Leben und der Körper eines Menschen in einem Rhythmus von ca. 7 Jahren erneuert bzw. verändert. Rudolf Steiner entwickelte im Rahmen seines anthroposophischen Weltbildes die Theorie zum 7 Jahres- Rhythmus. Diese besagt, dass wichtige Stationen eines Menschen im Abstand von jeweils ca. 7 Jahren aufeinander folgen: z.B. 7 Jahre: Schuleintritt, 14 Jahre: Pubertät, 21 Jahre: Ausreifung d. Gehirns/Schwelle zum Erwachsen sein. Auch wenn dieses Modell weder wissenschaftlich belegt noch auf eindeutige Zustimmung stößt, so findet sich auf dem Büchermarkt einiges an Literatur zu diesem Thema. Die moderne Zellforschung gibt Rudolf Steiner insofern recht, als dass auch die Zellerneuerung des Menschen in 7-10 Jahreszyklen verläuft, wobei das wiederum nicht alle Zellen im gleichen Maße betrifft. Vielleicht ist es Zufall, dass Karriere-Experten zu einem Jobwechsel nach spätestens 7 Jahren raten, da nach dieser Zeit alle Phasen (Enthusiasmus, Wehmut, Einleben, Stabilität, Bestleistung, Wende, Abwärtsspirale) durchlaufen sind und der Jobwechsel die Chance auf positive Veränderungen sein kann.

Diese Infothek ist eine Zusammenstellung der wesentlichen Begriffe, die in der Karriereberatung, Bewerbungsberatung und im Jobcoaching verwendet werden. Es soll unseren Klienten sowie Karriereberatern, Bewerbungs- und Jobcoaches als Nachschlagewerk dienen. Alle Fotos und Texte auf dieser Website unterliegen dem Copyright. Jegliche Vervielfältigung oder Verbreitung als Ganzes oder in Teilen bedarf der schriftlichen Zustimmung des Autors.