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Infothek der Karriereberatung

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Lebenslaufanalyse

Die wichtigste Methode zur Vorauswahl passender Kandidaten auf eine freie Stelle ist die Lebenslaufanalyse. Da sich Personalverantwortliche aber insgesamt für eine Bewerbung nur ca. 6 Sekunden Zeit nehmen, muss der Bewerber dieses sehr begrenztes Zeitfenster kennen und die Bewerbungsunterlagen – insbesondere den Lebenslauf – übersichtlich und sinnvoll strukturieren, so dass wichtige Inhalte nicht überlesen werden. (Quelle: Laura Kastenholz, 2015, Eyetracking-Studie: Worauf achten Recruiter?, https://entwickler.de/online/e-business/eyetracking-studie-worauf-achten-recruiter-40609.html)

Für Bewerber mag es ernüchternd sein, dass nicht allein die Qualifikationen, Erfahrungen und Kompetenzen über ihre Karrieren entscheiden, sondern dass der visuelle Aufbau von Lebenslauf und Anschreiben ebenso über den Erfolg beim Einstellungsverfahren mitbestimmen. Personaler filtern sich in der kurzen Zeit ganz bestimmte Informationen heraus, sie suchen nach dem Name des Bewerbers, dem aktuellen Arbeitgeber, der aktuellen Position und dem bisherigen Werdegang. Auch scannen sie den Lebenslauf nach ganz bestimmten Keywords/Eigenschaften/Qualifikationen, die der neue Mitarbeiter mitbringen muss und die bereits in der Stellenausschreibung genannt wurden.

Formale Kriterien des Lebenslaufs

  • Klare Gliederung, hierarchischer Aufbau der sorgfältig erstellten Unterlagen (print oder digital).
  • Gestaltung sollte die Persönlichkeit des Bewerbers widerspiegeln (Authentizität).
  • Keywords aus der Stellenbeschreibung nutzen und hervorheben
  • Pflichtangaben vollständig darstellen, überflüssige Informationen weglassen
  • Visuelle Elemente (Fotos, Werbung, Grafiken) so weit wie möglich reduzieren

Inhaltliche Kriterien des Lebenslaufs

Möchte sich der Recruiter tiefgehender mit der vorliegenden Bewerbung beschäftigen, weil die äußere Form ihn dazu einlädt, sollte vom Bewerber inhaltlich beachtet werden:

  1. Vollständigkeit der Angaben:
    • Persönlichen Daten
    • Berufliche Qualifikationen (Schulabschluss, Ausbildung/Studium mit Abschluss, besondere Ruhezeiten wie z. B. Elternzeit)
    • Anstellungen inkl. Aufgabenbereich und Arbeitgeber
    • Spezielle Fertigkeiten z. B. Fremdsprachen, Weiterbildungen
    • Persönliche Interessen: Hobbys, soziales Engagement
    • Besondere Erfolge: Auszeichnungen, Preise, Veröffentlichungen
  2. Lücken im Lebenslauf sind nicht grundsätzlich ein K.- o.-Kriterium, wenn sie gut begründet sind und evtl. auf die Qualifikation eines Bewerbers einzahlen (z. B. Auszeit durch berufliche Umorientierung).
  3. Bewerber müssen gut begründen, warum ihre bisherigen Berufsstationen sie für die ausgeschriebene Stelle qualifizieren – z. B. wenn die neue Stelle mehr Verantwortung mit sich bringt.
  4. Ein roter Faden bedeutet nicht, einen glattgebügelten Lebenslauf ohne Ecken und Kanten vorzulegen. Jedoch sollte das individuelle Profil des Bewerbers sowie dessen spezielle Qualifikationen deutlich aus dem Lebensalauf hervorgehen.

 
Auch in der Karriereberatung ist die Lebenslaufanalyse eine Standardmethode, wenn ein Stellenwechsel Thema der Beratung ist. Anhand des Lebenslaufes erhält der Karriereberater wichtige Informationen zum Klienten, z. B. wie strukturiert und formal korrekt arbeitet der Klient? Welche Kompetenzen hat der Klient? Gibt es Lücken im Lebenslauf und warum? Wie stetig ist der Klient bisher in seiner Karriere? Ist der Lebenslauf gemeinsam von Berater und Klient analysiert, wird im Anschluss erarbeitet, was an den Unterlagen überarbeitet und verändert werden sollte, um einen idealen ersten Eindruck bei der nächsten Bewerbung zu hinterlassen.

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